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Ich
denke über Kunst nach und über Kunstgeschichte. Was wurde
in der Kunst gezeigt und wie werden Dinge von damals heute gesehen.
Reflecting reflektiert über Bildende Kunst vom Standpunkt der
Postmoderne oder genauer gesagt vom Standpunkt einer Zeit in der die
Kunst die Kunstgeschichte überwunden hat. Aus
kunstphilosophischem Blickwinkel ist die zeitgenössische Kunst
vielleicht die Überwindung von Kunst und Kunstgeschichte. Von
der Dichotomie zur Einheit, - von Kunst zu menschlichem Leben.
Die
Serie Reflecting zeigt gemalte Polaroids. Ich bediene mich dieses
Rahmens als Metapher des einmaligen Moments. Das echte Polaroid ist
die einzig verbliebene Fotografie, die nicht manipuliert werden kann,
sie bildet 1:1 ab. Indem ich ein Polaroid male, parodiere ich diesen
Zusammenhang, weil dem Betrachter klar ist, dass dieses Bild Fiktion
ist. Reflecting ist das Spiel mit der Unsicherheit von Wahrheit in
Kunst und abgebildeter Welt überhaupt und eine Parodie auf
Positionen der Kunstgeschichte. Die Wiederholbarkeit und Reproduktion
von allem ermöglicht den freien Raum, in dem sich der Künstler
heute bewegt.
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LOOT
ist eine Arbeit in vier Teilen, die sich mit der Popkultur der 68´er
beschäftigt. Ich greife mit Robert Indiana nicht unbedingt den
bekanntesten Vertreter dieser Kunstepoche auf, doch erscheint mir
seine Arbeit Love als geeignet, da sie bis heute sehr großen
Bekanntheitsgrad erlangt hat. Das ´Love, Peace and Happiness´
der 68-er von Bob Dylan, Van Morrison u.a. besungen, ist heute eine
Hülse, abgelegt unter der Kategorie gescheiterter Versuch. Nur
die Symbole dieser Zeit sind erhalten geblieben, nicht aber der
Geist, der die Möglichkeit der Veränderung der
gesellschaftlichen Ordnung in sich trägt. Sehr deutlich ist das
auch in der Dekorationskunst unserer Tage zu sehen (unendliche
Wiederholungen von Popart -Ikonen wie Marilyn Monroe etc.). Diese
Drucke dürften bald ähnlich bekannt sein, wie die
Markennamen großer amerikanischer Firmen. Und diese Präsenz
wird von Künstlern der zweiten Reihe noch verstärkt, in dem
sie Marilyn als Markenzeichen wieder und wieder kopieren.
Loot
greift diesen Zusammenhang auf, um auf den Paradigmenwechsel
hinzuweisen, der vor unseren Augen innerhalb nur einer Generation
stattgefunden hat und fast unbemerkt bleibt. Die Arbeit erinnert an
einen Aufbruch der in seinen Ansätzen erstickt und von dessen
Geist heute nichts mehr spürbar ist, wie es beispielweise Susan
Sontag in ihrem Essay `Against interpretation´ treffsicher
beschreibt.
Mit
Loot, Pose, Fool and Veil (Plündern, Posieren, Narren,
Verschleiern) versuche ich die Frage nach den Grundlagen unseres
heutigen Gesellschaft anzusprechen. Die englischen Vokabeln sind in
ihrer Bedeutung noch vielschichtiger und umfassender als die kurzen
Übersetzungen es hier zeigen.
Die
Auswahl dieser vier Worte hat sich über Monate erstreckt. Auch
andere englische Worte mit vier Buchstaben, standen im engeren Kreis
der Auswahl, so etwa: Loft, Shop, Fuck, Aids, Terr, Lost, Kill, Porn,
Hype, Tilt, Kick, Press oder Void. Mir schien aber die Begrenzung der
Serie auf vier Arbeiten mit vier Buchstaben als geschlossen und ich
habe versucht, die Ausdrücke zu finden, die alle anderen unter
sich subsumieren.
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