Martin  Fickinger
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ReflectingAndyReflectingSundaysReflectingThursday

Ich denke über Kunst nach und über Kunstgeschichte. Was wurde in der Kunst gezeigt und wie werden Dinge von damals heute gesehen. Reflecting reflektiert über Bildende Kunst vom Standpunkt der Postmoderne oder genauer gesagt vom Standpunkt einer Zeit in der die Kunst die Kunstgeschichte überwunden hat. Aus kunstphilosophischem Blickwinkel ist die zeitgenössische Kunst vielleicht die Überwindung von Kunst und Kunstgeschichte. Von der Dichotomie zur Einheit, - von Kunst zu menschlichem Leben.

Die Serie Reflecting zeigt gemalte Polaroids. Ich bediene mich dieses Rahmens als Metapher des einmaligen Moments. Das echte Polaroid ist die einzig verbliebene Fotografie, die nicht manipuliert werden kann, sie bildet 1:1 ab. Indem ich ein Polaroid male, parodiere ich diesen Zusammenhang, weil dem Betrachter klar ist, dass dieses Bild Fiktion ist. Reflecting ist das Spiel mit der Unsicherheit von Wahrheit in Kunst und abgebildeter Welt überhaupt und eine Parodie auf Positionen der Kunstgeschichte. Die Wiederholbarkeit und Reproduktion von allem ermöglicht den freien Raum, in dem sich der Künstler heute bewegt.

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LOOT ist eine Arbeit in vier Teilen, die sich mit der Popkultur der 68´er beschäftigt. Ich greife mit Robert Indiana nicht unbedingt den bekanntesten Vertreter dieser Kunstepoche auf, doch erscheint mir seine Arbeit Love als geeignet, da sie bis heute sehr großen Bekanntheitsgrad erlangt hat. Das ´Love, Peace and Happiness´ der 68-er von Bob Dylan, Van Morrison u.a. besungen, ist heute eine Hülse, abgelegt unter der Kategorie gescheiterter Versuch. Nur die Symbole dieser Zeit sind erhalten geblieben, nicht aber der Geist, der die Möglichkeit der Veränderung der gesellschaftlichen Ordnung in sich trägt. Sehr deutlich ist das auch in der Dekorationskunst unserer Tage zu sehen (unendliche Wiederholungen von Popart -Ikonen wie Marilyn Monroe etc.). Diese Drucke dürften bald ähnlich bekannt sein, wie die Markennamen großer amerikanischer Firmen. Und diese Präsenz wird von Künstlern der zweiten Reihe noch verstärkt, in dem sie Marilyn als Markenzeichen wieder und wieder kopieren.

Loot greift diesen Zusammenhang auf, um auf den Paradigmenwechsel hinzuweisen, der vor unseren Augen innerhalb nur einer Generation stattgefunden hat und fast unbemerkt bleibt. Die Arbeit erinnert an einen Aufbruch der in seinen Ansätzen erstickt und von dessen Geist heute nichts mehr spürbar ist, wie es beispielweise Susan Sontag in ihrem Essay `Against interpretation´ treffsicher beschreibt.

 Mit Loot, Pose, Fool and Veil (Plündern, Posieren, Narren, Verschleiern) versuche ich die Frage nach den Grundlagen unseres heutigen Gesellschaft anzusprechen. Die englischen Vokabeln sind in ihrer Bedeutung noch vielschichtiger und umfassender als die kurzen Übersetzungen es hier zeigen.

Die Auswahl dieser vier Worte hat sich über Monate erstreckt. Auch andere englische Worte mit vier Buchstaben, standen im engeren Kreis der Auswahl, so etwa: Loft, Shop, Fuck, Aids, Terr, Lost, Kill, Porn, Hype, Tilt, Kick, Press oder Void. Mir schien aber die Begrenzung der Serie auf vier Arbeiten mit vier Buchstaben als geschlossen und ich habe versucht, die Ausdrücke zu finden, die alle anderen unter sich subsumieren.


LootVeil
FoolPose



Popidole
Blackicons
Wellen
Emotion
Abstraktion
Woodpiece
Mixed Media
Uterus
Andis ABC
Polychrome
anthropomorph
reflecting